Gipskeuper-Böden

Sind die Böden aus Gipskeuper knochentrocken bilden sich Risse. Bei Nässe werden die Gipskeuperböden schmierig und klebrig. Farblich rangieren sie zwischen rötlich und violett. Sie sind tonreich und gelten als schwer. Sind diese Böden gequollen, herrscht Wasserstau. Schrumpfen diese Böden, versickert das Wasser in den Rissen rasant in die Tiefe. Das schnelle Sickerwasser nimmt dabei weder Nährstoffe noch Karbonat auf. Demzufolge wird kaum Kalk aus diesen Böden ausgewaschen. Der Kalkgehalt ist im Gipskeuper oft sogar so hoch, dass die Versorgung der Rebe mit manchen Spurennährstoffen behindert ist. Absolut werden die Nährstoffe in diesen Böden kaum knapp. Allerdings kann im feuchtem, gequollenem Gipskeuperboden der Raum für die Bodenluft knapp werden. Dann ist auch kein Platz für frühlingshaft laue Lüftchen und der Boden bleibt lange kühl. Bei Sommertrockenheit schrumpft der Boden so, dass eine sehr grobe Bodenstruktur entsteht. Wurzeln können nicht in diese Strukturen eindringen.

Obwohl dadurch die Nährstoffe im Inneren der Strukturen unerreichbar bleiben, herrscht keine Knappheit – das Kalium und das Magnesium an der Oberfläche der faustgroßen Strukturen reicht aus. Diesen Überfluss geben die Keuperweine durch eine gehaltvolle Note wieder. Bei manchem Keupergewächs wird ein erdiger Ton herausgeschmeckt.
Vom Kalk freigesetztes Karbonat dominiert im Bodenwasser der Keuperböden und bremst die Verwitterung, da kaum andere Stoffe gelöst werden. So sind die Böden aus dem 200 Millionen Jahren alten Keuper nur schwach entwickelt. Unsere Vorfahren haben früh erkannt, dass die schweren Keuperböden tiefes Lockern und Umgraben mit höheren Erträgen danken. Durch deren Fleiß sind die Weinbergsböden im Keuper überwiegend Rigosole.

Ein Weinberg im Gipskeuper bei Hohenhaslach. Der Gipskeuper ist vom Schilfsandstein abgedeckt. Auf dem Sandstein wächst der anspruchslose Wald statt Wein.

Ein Weinberg im Gipskeuper bei Hohenhaslach. Der Gipskeuper ist vom Schilfsandstein abgedeckt. Auf dem Sandstein wächst der anspruchslose Wald statt Wein.

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