Buntsandstein-Böden

Die tief roten, steinigen Böden aus Buntsandstein liegen im Badischen meist in Höhenlagen, die keinen Weinbau mehr zulassen. Bemerkenswerte Buntsandstein-Lagen finden sich an den Hängen des wärmespeichernden Rheins und Neckars. Nicht nur die Gunst des Lokalklimas, auch ein merklicher Tonanteil unterscheidet diese sandigen Böden von den meisten Buntsandsteinböden unter Wald. Besonders für Weinbau in Steillagen ist die dunkle Rotfärbung des Buntsandsteins von Vorteil. Trifft am Hang doch mehr Sonnenenergie auf die Fläche als auf der Ebene und zudem erwärmt sich der dunkelrote Boden sehr rasch. Ein Übriges tragen die Steine in diesen Böden bei, in dem sie die Wärme schnell in die Tiefe leiten. Das Wasser ist in den flachgründigen Böden aus Buntsandstein dagegen häufig knapp. Dieser Mangel kommt in manchen feurigen und farblich intensiven Rotweinen zum Ausdruck.

Blick auf Unterboden aus Buntsandstein

Blick auf Unterboden aus Buntsandstein

In dem roten Buntsandsteinmaterial, das vor über 215 Millionen Jahren abgelagert wurde, schreitet die heutige Bodenentwicklung recht langsam fort. Im leicht versauernden Oberboden wird allmählich Humus aus Weinlaub und anderem organischem Material aufgebaut, im Unterboden entsteht das braune Eisenoxid Goethit. Mit der Zeit entwickelt sich so eine gewöhnliche Braunerde. Die auffallend intensiv rote Färbung dieser Böden entstammt dagegen aus einer frühen Phase der Kontinentalverschiebung, in der das heutige badische Gebiet äquatornah lag und wüstenhaftes Klima herrschte. Demnach überdauerte das intensiv rot färbende Eisenoxid Hämatit 215 Millionen Jahre.

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