Bunte Mergel

Wie die Böden aus Gipskeuper bilden sich die Böden aus Bunten Mergeln aus Keupermaterial. In der 200 Millionen Jahre zurückliegenden Keuperzeit wurden die Bunten Mergel über dem Gipskeuper abgelagert. Deshalb besteht bei vielen Weinbergen im Keupergebiet der Oberhang aus Bunten Mergeln und der Unterhang aus Gipskeuper. Im allgemeinen Sprachgebrauch weist der Begriff Mergel auf ein Substrat aus Ton und Kalk hin. Dementsprechend sind die tonigen Böden aus Bunten Mergeln kalkreich. Im Allgemeinen sind sie genauso kalkreich wie die Böden aus Gipskeuper, aber weniger schwer und nicht so kompakt wie diese. Im Unterschied zum Gipskeuper zerbröckeln die Bunten Mergel durch Bodenbildung oder blättern regelrecht auf. Die Struktur der Unterböden ähnelt dann der von Blätterteig. In den Oberböden entsteht dagegen eine krümelartige Struktur. Dieses Bodengefüge lassen Asseln, Regenwürmer in Zusammenarbeit mit vielen anderen Bodentieren entstehen.

Die milliardenfach auftretenden Mikroorganismen spielen dabei eine Hauptrolle. Zusammen zerkleinern sie das Herbstlaub, zersetzen es und vermischen dessen organische Bestandteile mit den mineralischen Komponenten der Bunten Mergel. Die kalk- und tonreichen Bunten Mergel wurden früher als Dünger geschätzt. Das Material wurde in Mergelgruben abgegraben und vielfach auf weniger fruchtbare, meist an Kalk verarmte, „ausgemergelte“ Böden aufgebracht.

Wie die Böden aus Gipskeuper gehören die aus Bunten Mergeln zu den wenig entwickelten, kalkhaltigen jungen Böden. Zeigen diese Böden, abgesehen von der Humusanreicherung im Oberboden und der Strukturbildung im Ober- und Unterboden, keine Unterschiede zum weichen Ausgangsmaterial, werden sie Pararendzinen genannt. „Para“, weil sie Rendzinen aus hartem Kalkstein ähneln, aber eben aus Locker-Sedimenten entstanden sind.

Die Bunten Mergel bilden den unteren Hangbereiche des Tübinger Spitzbergs. Die nach Süden ausgerichteten Unterhänge sind durchaus für den Weinbau geeignet.

Die Bunten Mergel bilden den unteren Hangbereiche des Tübinger Spitzbergs. Die nach Süden ausgerichteten Unterhänge sind durchaus für den Weinbau geeignet.

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